Schneider CPC

Der Heimcomputer zum Spielen und Arbeiten

Der Schneider CPC scheint ein typischer Heimcomputer der 1980er Jahre zu sein. Aber des Schein trügt. Der CPC oder besser gesagt die CPCs unterschieden sich in einigen Punkten von so manchem anderen 8-Bit Computer für Zuhause.

Du kennst den Schneider CPC bereits und möchtest gleich zu den einzelnen Themen? Kein Problem:

Hardware

Neben den unterschiedlichen Monitoren und den drei Grundvarianten des CPC (464, 664 und 6128) gab es viel Zubehör für diese Rechner. Natürlich Drucher und Diskettenlaufwerke. Aber auch Dinge wie Speichererweiterungen, Lightpens (Lichtgriffel), Joysticks und sogar die eine oder andere Maus wurde angeboten. Neben den alten Geräten gibt es auch immer wieder neue Hardware für den CPC. Das wichtigste dürften wohl Laufwerke sein, die mit SD-Karten oder USB-Sticks die Verbindung zu Modernen Computern schaffen. Hier findet ihr Informationen dazu.

Software

Ohne Software nutzt der beste Computer nichts. Für die CPCs gab es sehr viel Software. Die beliebtesten Spiele wurden auch für diese Plattform portiert. Die Besonderheit der Schneider/ Amstrad-Rechner war jedoch, dass sie auch mit dem damaligen Standard-Betriebssystem „CP/M“ ausgestattet waren. CP/M und die Programmiersprache „LOGO“ gehörten zum Lieferumfang der Diskettenlaufwerke. Damit erschloss man sich die ganze Welt der Bürosoftware der damaligen Zeit. Diese Programme und einige Spiele stelle ich euch in dieser Rubrik nach und nach vor.

Literatur

Natürlich gibt es kaum neue Publikationen zu den Schneider/ Amstrad Computern. Da sieht es bei Commodore und Atari etwas besser aus. Aber es gibt auf dem Gebrauchtmarkt bei Kleinanzeigen oder Ebay eine recht große Auswahl an Büchern aus den 1980ern zum Schneider CPC, zu Basic allgemein und zu den damaligen Standardanwendungen wie Wordstar, DbaseII, Muliplan und CP/M. Da es das Internet in seiner heutigen Form zur Zeit der CPCs noch nicht gab spielten vor allem Zeitschriften eine wichtige Rolle. Schaut einfach mal rein.

Alle neuen Artikel zu den Themen dieser Seite findest du auch im Blog.

Wenn du aber erst einmal ein paar grundlegende Dinge zum Schneider CPC wissen möchtest, dann lies hier einfach weiter:

Der Schneider CPC- Ein Computer aus Deutschland?

Die Firma Schneider mit der eigens hierfür gegründeten „Schneider Computer Division“ übernahm den Vertreib der Computer der englischen Firma AMSTRAD. Gebaut wurden die Geräte aber nicht in England, sondern in Asien (Taiwan). Hierzulande änderte man den Namen in „SCHNEIDER“, während man in anderen Ländern die Geräte unter dem eigentlichen Namen, nämlich „AMSTRAD“ kaufen konnte. Bis dahin kannte man die Firma Schneider in erster Linie als Hersteller von Hifi-Geräten. Der CPC 464 war dann der erste Computer, der unter dem Namen „Schneider CPC464“ verkauft wurde. Vermutlich wollte man den bekannten Namen einfach nutzen, statt des in Deutschland eher unbekannten Namens „AMSTRAD“. Der Schneider CPC ist also kein deutscher Computer.

Der CPC kam eigentlich zu spät

Der CPC464 kam im April 1984 auf den deutschen Markt. Der Commodore C64 war zu dieser Zeit schon etwa eineinhalb Jahre in Deutschland und fast zwei Jahre in den USA zu haben. Während der Produktionszeit des CPC startete auch der Verkauf der ersten 16-Bit Rechner Amiga 500 und Atari ST. Zwar konnte der Schneider CPC was seine Leistungsdaten anging locker mit dem C64 mithalten, aber es war natürlich nicht ganz so einfach den Vorsprung noch aufzuholen und vor allem auch dem aggressiven Preiskampf, den Commodore beim C64 betrieb standzuhalten. So konnte Schneider mit dem CPC in Deutschland bei weitem nicht die Marktanteile gewinnen, die der C64 hatte. In anderen Ländern, allen voran England aber auch Frankreich, sah das hingegen etwas besser für die CPCs aus, die dort unter „AMSTRAD“ vertreiben wurden.

Besser als der C64?

Eingefleischte Schneider Fans sind natürlich der festen Überzeugung, dass der CPC dem C64 haushoch überlegen war. Das trifft auch auf viele Punkte zu, nicht aber auf alle. Der C64 hatte den besseren Soundchip, konnte sog. Sprites, was für Spiele sehr wichtig war und vor allem war er sehr verbreitet. Man kannte immer jemanden, der einen C64 hatte, aber nicht immer jemanden, der einen Schneider CPC besaß. Der Commodore C64 war in erster Linie ein Spielecomputer. Auch wenn Commodore und die meisten Jugendlichen immer wieder beteuerten, dass man mit ihm auch arbeiten und für die Schule lernen kann. Der CPC hingegen war wirklich zum Arbeiten gedacht. Alleine schon durch Möglichkeit 80 Zeichen in einer Zeile darzustellen (der C64 kann maximal 40Zeichen darstellen) eignete sich der CPC viel besser für professionelle Anwendungen wie Textverarbeitung und Tabellenkalkulation als der C64. Wer ein Diskettenlaufwerk an den CPC angeschlossen hatte, konnte als Beitreibsystem CP/M nutzen und somit die damaligen Standardanwendungen wie Wordstar (Textverarbeitung), Multiplan (Tabellenkalkulation) oder dBase (Datenbank) nutzen. Außerdem gilt das BASIC der CPCs als eines der besten der damaligen Zeit.

Somit eigneten sich die Schneider CPCs sowohl für Spiele, als auch für Büroanwendungen. Als der CPC auf der Bildfläche erschien war das Rennen zwischen CP/M, dem etablierten Betriebssystem für die sogenannten Mikrocomputer und dem Neuling MS-DOS bzw. PC-DOS noch nicht ganz entschieden. Wir wissen alle, wer das Rennen gewonnen hat. Das und die immer günstiger werdenden IBM-Kompatiblen Computer machten den CPCs jedoch auch im professionellen Umfeld schnell das Leben schwer. Zum Teil kam die Konkurrenz sogar aus den eigenen Reihen. Denn während der CPC noch verkauft wurde, gab es von AMSTRAD/Schneider auch bereits relativ günstige IBM-Kompatilble PCs.

Dennoch konnten sich die CPCs noch recht lange halten. Bis Anfang der 90er Jahre wurden sowohl die Rechner, als auch viel Zubehör, Software und Literatur angeboten. Und auch heute noch gibt es immer noch Fans dieser Rechner.

Der CPC war einfach zu bedienen

Im Vergleich zu vielen anderen Rechnern der damaligen Zeit waren die CPCs recht einfach in der Handhabung. Das lag nicht zuletzt am Gesamtkonzept. Typische Heimcomputer der 1980er Jahre wurden oft an den Fernseher angeschlossen. Der Fernseher war ja meist vorhanden und Monitore relativ teuer. Man braucht für den eigentlichen Rechner noch ein Netzteil. Hatte man eine sogenannte Datasette, also einen Datenrekorder, braucht dieser auch wieder einen Stromanschluss und ein Verbindungskabel zum Computer. Zum starten eines Programms musste man Befehle eintippen.

Der CPC war da ganz anders. Er wurde in der Regel mit Monitor verkauft, da dieser auch das Netzteil enthält. Also Stecker des Monitors in die Steckdose, zwei (bzw. drei) Kabel vom Monitor in den Rechner eingesteckt und fertig. Das starten des ersten Programms von Kassette stellte auch keine Hürde dar: Die beiden Tasten [ctrl] und [Enter] drücken, Am eingebauten Kassettenrecorder die Play-Taste runterdrücken und dann noch eine beliebige Taste zum starten des Vorganges drücken. Nur wenige Minuten später startete das Spiel oder die Anwendung.

Kein Kabelsalat, solide Grundausstattung und die einfache Bedienung machten den Einstieg erst einmal sehr einfach.

Unterschiedliche Varianten

Den Schneider CPC gab es in drei Varianten:

  • Der CPC 464 kam als erstes auf den Markt. Er hatte 64Kb RAM und ein eingebaute Kassettenlaufwerk
  • Wieder kurz darauf kam dann der CPC 6128 mit 128Kb RAM und ebenfalls einem eingebauten Diskettenlaufwerk.
  • Ein Jahr später kam der CPC664 heraus, mit ähnlichen Leistungsdaten aber einem Diskettenlaufwerkt

Das Diskettenlaufwerk des 664 und des 6128 benötigte eine gesonderte Stromversorgung mit 12V. Das hatte dann zur Folge, dass es zum CPC insgesamt 4 unterschiedliche Monitore gab. Je einen Grün und einen Farbmonitor für die Geräte mit Kassettenlaufwerk und die mit Diskettenlaufwerk. Alle CPCs konnten insgesamt 27 Farben darstellen, aber nie alle zeitgleich. Wie viele, das hing vom jeweils genutzten Modus ab.

1990 versuchte Amstrad die CPC-Serie noch einmal aufleben zu lassen, es kamen die „Plus“ Modelle mit Schacht für Steckmodule (für Spiele) und einem neuen Gehäusedesign. Diese wurden aber nicht mehr unter dem Label „Schneider „ verkauft und offiziell auch nicht in Deutschland. Alles in allem war diese Serie nicht mehr besonders erfolgreich.

Das Ende – oder doch nicht?

Am Ende ging es dem CPC wie allen anderen 8-Bit und später auch 16-Bit Heimcomputern. Sie konnten sich gegen die Übermacht der „echten“ PCs nicht mehr behaupten. Allerdings erfreuen sie sich bis heute einer treuen Anhängerschaft. Sie werden gehegt, gepflegt, restauriert und gesammelt. Es gibt immer wieder neue Hardware und Software. Auch die Verbindung in die moderne IT-Welt ist kein großes Problem. Für nahezu jeden Heimcomputer der 1980er Jahre gibt es Laufwerke, die statt Kassetten oder Disketten mit USB-Sticks oder SD-Karten gefüttert werden können. Die alten Programme und Spiele findet man im Internet und der Gebrauchtmarkt für diese Rechner ist sehr ergiebig.

Und natürlich gibt es unzählige Internetseiten und Onlineforen für fast jeden Computer der 1980er Jahre. So wie diese Seite hier.

Soweit also erst einmal die kurze Vorstellung des Schneider CPC

Und nun wünsche ich dir viel Spaß beim Stöbern auf dieser Seite